Warum ich Zeit zum Lesen habe

Warum ich mir Zeit zum Lesen nehme

Lesen passiert nicht zufällig, es ist eine Entscheidung. Und weil ich mich fürs Lesen entscheide, habe ich für viele andere Sachen weniger Zeit. Es ist eine einfache Rechnung unter deren Strich am Ende aber ich stehe. Denn die Zeit, die ich ins Lesen investiere, investiere ich geradewegs in mich und mein Wohlbefinden.

Lesen schafft Entschleunigung

Leser haben einen Weg gefunden zu entspannen. Das ist eine echte Kompetenz in dieser schnelllebigen, durchgetakteten Zeit, in der Entspannung zum wertvollen Gut geworden ist. Wo andere noch suchen (Yogakurse belegen, Entspannungstechniken üben, Meditation versuchen, …), haben Leser eine Methode gefunden zu entschleunigen, sich auf eine Sache zu fokussieren und Alltagsgedanken abzuschalten.

Das ist ziemlich großartig und alle, die sich schon regelmäßig Zeit zum Lesen nehmen, sollten sich mal kräftig auf die Schulter klopfen, weil sie durch ihre Leidenschaft für Literatur so gut für sich und ihre emotionale Stabilität sorgen (wer mehr über die heilsame Wirkung des Lesens erfahren will, dem empfehle ich die Gebrauchsanweisung fürs Lesen oder den Artikel „Mein täglich Buch gib mir heute“ bei Zeit Online).

Lesen ist ein exklusives Hobby

Lesen ist ein Hobby, das besondere Aufmerksamkeit verlangt. Denn Lesen braucht Zeit. Und Zeit ist bekanntermaßen rar. Während man liest, kann man nicht nebenher die Wäsche zusammenlegen, man kann nicht telefonieren und selbst dabei spazierengehen ist schwierig und funktioniert nur auf baumarmen, möglichst ebenen Strecken (ich spreche aus Erfahrung).

Die Exklusivität des Lesens ist einerseits das Gute daran, weil die Entspannung ja gerade daraus resultiert, sich nur einer Sache zu widmen. Diese Exklusivität setzt die Hemmschwelle für den Lesewiedereinstieg aber auch hoch.

Lesen duldet keine Kompromisse

Wer das Lesen ernsthaft (wieder) in sein Leben integrieren möchte, dem kann ich nur empfehlen, es nicht in irgendeine Lücke im Alltag quetschen zu wollen. Das kann nicht funktionieren, denn das Wesen des Lesens verlangt danach, sich ihm zu widmen und es als das anzunehmen, was es ist: ein wenig kompromissbereites, auf Exklusivität pochendes Ding, die Diva der modernen Freizeitbeschäftigungen.

Lesen passiert nicht zufällig

Potenzielle Lesezeiten lassen sich auch nicht dort finden, wo Zeit frei ist. Denn das ist sie nie, die Zeit, sie ist nie frei. Aber es gibt immer Zeiten, die wir mit Dingen füllen, die wir aus Bequemlichkeit tun, aus Langeweile oder aus Routine. In diesen Zeiten liegt Potenzial sie zu Lesezeiten zu machen.

Letztendlich geht es beim Lesen, wie so oft im Leben, um Entscheidungen. Will ich mir die Zeit zum Lesen nehmen oder will ich meine Zeit mit anderen Dingen verbringen?

Unser Leben ist immer beeinflusst von äußeren Faktoren. Gerade wenn es aber um die Gestaltung unserer Freizeit geht, haben wir Entscheidungsrechte. Und klar, die Zeit, die ich mit Lesen verbringe, „fehlt“ in anderen Bereichen. Wenn ich lese, gehe ich eben nicht spazieren, telefoniere nicht und lasse auch die Wäsche liegen.

Lesen ist eine hervorragende Investition

Wer weiß, vielleicht wird sich das irgendwann ändern, vielleicht wird es Zeiten in meinem Leben geben, in denen ich weniger lese. In meiner aktuellen Lebensphase mit kleinen Kindern, einem herausfordernden Job, einem nicht enden wollenden Buchprojekt und der Koordination eines Familienalltags erscheinen mir meine Lesezeiten aber hervorragend investiert. In mich.

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