Muldental – 11 Erzählungen von Daniela Krien

Muldental - Daniela Krien
In den Geschichten von „Muldental“ erzählt Daniela Krien das Schicksal von Wendeverlierern. Sie schreibt über Menschen, die versuchen sich nach dem Zusammenbruch der DDR im neuen System zurecht zu finden und auf unterschiedliche Weise scheitern.

Muldental: Die Frage nach Schicksal oder Schuld

In den Erzählungen, vom Klappentext als „Romanminiaturen“ bezeichnet, widmet sich Krien Figuren, deren Existenzen nach 1989 ins Wanken geraten sind. Zu DDR-Zeiten waren sie angesehene Bürger, doch die Wende hat sie aus der Bahn geworfen. Nun sind sie arbeitslos, süchtig oder arbeiten als Putzhilfen. Sogar zur Prostitution entscheiden sich zwei Figuren, um dem trostlosen Leben am finanziellen Minimum zu entkommen.

Harter Tobak – doch auch wenn Daniela Krien ihre Protagonisten in „Muldental“ gen Abgrund straucheln lässt, die Figuren haben immer eine Wahl, sind nie nur Opfer ihrer Situation. Ihre Figuren sind Teil des kollektiven Umbruchs, doch letztendlich entscheidet auch am historischen Wendepunkt der Einzelne über seinen Weg, so meine Lesart.

Präzise Sprache schafft schmerzhafte Nähe

Daniela Kriens Sprache hat mich wie auch bei ihrem letzten Roman, „Die Liebe im Ernstfall“, begeistert. Dabei ist es gerade ihr klarer Ton und die Beschreibung des Alltäglichen, die eine schmerzhafte Nähe zu den Figuren schaffen.

Zur Autorin Daniela Krien

Daniela Krien wurde 1975 in Neu-Kaliß, in Mecklenburg-Vorpommern, geboren. Sie studierte Kulturwissenschaften und Kommunikations- und Medienwissenschaften in Leipzig und arbeitet seit 2010 als freie Autorin. Der Durchbruch gelang ihr mit ihrem ersten Roman „Irgendwann werden wir uns alles erzählen“, der 2011 erschien. Mit ihrem zweiten Roman „Die Liebe im Ernstfall“, der 2019 bei Diogenes erschien, schaffte sie es auf die Bestsellerlisten.

Der Erzählband „Muldental“ wurde bereits 2014 im Graf Verlag veröffentlicht und 2020 mit einer weiteren Geschichte vom Diogenes Verlag neu aufgelegt.

Das Buch: Muldental, Daniela Krien. Diogenes Verlag, 2014. 224 Seiten. ISBN: 978-3862200221