Achtsames Schreiben – von Sandra M. Schneider

Rezension zu Achtsames Schreiben

Ich habe mich riesig gefreut, als ich vor ein paar Wochen zufällig auf den Schreibratgeber „Achtsames Schreiben – Wie Sie Klarheit und Gelassenheit gewinnen“ aufmerksam geworden bin (erschienen im Duden Verlag, März 2018). Mein Thema, dachte ich, und habe mich sofort in die Lektüre gestürzt.

Aufbau, Darstellung und Sprachstil

Das Buch ist in sechs Kapitel gegliedert, die wiederum in kurze, meist einseitige Sequenzen unterteilt sind. Die einzelnen Kapitel sind farblich akzentuiert und ansprechend illustriert. Insgesamt umfasst das Buch knapp 160 Seiten. Es ist eingänglich und flüssig geschrieben, ich konnte es innerhalb kurzer Zeit durcharbeiten.

Inhalt des Buches

Achtsames Schreiben bedeutet, uns als individuelle Schreibpersönlichkeiten wertzuschätzen, unseren Schreibprozess in seinen unterschiedlichen Qualitäten anzunehmen und das zu schreiben, was wir wirklich zum Ausdruck bringen wollen.“

(Sandra M. Schneider)

Theorie: Achtsamkeit statt starrer Schreibregeln

Ziel des achtsamen Schreibens ist der Rückgriff auf individuelle Fähigkeiten und Ressourcen, die uns im Schreibprozess mit unserem Innersten verbinden. Der Schreibratgeber will den Aspekt der Achtsamkeit auf den Prozess des Schreibens transportieren und schafft damit einen bislang einzigartigen Ansatz. Klassische Schreibratgeber geben klare Regeln vor, die uns beibringen wollen, wie wir einem Schema X entsprechend schreiben sollen. Bei „Achtsames Schreiben“ geht es hingegen darum, innezuhalten, uns selbst zu vertrauen und anzuerkennen was ist.

Sandra Schneider gelingt dies meiner Meinung nach glaubhaft und praktikabel. Achtsamkeit wird bei ihr nicht zum Buzzword. Vielschichtig und konkret wendet sie die Aspekte der Achtsamkeit auf  den Schreibprozess an. Die Zielgruppe des Ratgebers ist dabei weitgefasst: Schneider wendet sich mit „Achtsames Schreiben“ an Menschen, die professionell Schreiben, an Hobbyautoren sowie an Schreibanfänger.

Die fünf Dimensionen des achtsamen Schreibens

Aus ihrer Praxis als systemischer Schreibcoach und Dozentin für kreatives und literarisches Schreiben hat die Autorin fünf menschliche Qualitäten identifiziert, die sie die fünf Dimensionen des achtsamen Schreibens nennt:

  1. Gegenwärtigkeit
  2. Nicht-bewerten
  3. Nicht-Identifikation
  4. Anfänger(innen)geist
  5. Selbstmitgefühl

Im Verlauf des Buches wendet sie die fünf Dimensionen achtsamen Schreibens auf verschiedene Herausforderungen im Schreibprozess an. So zeigt sie auf, wie es durch achtsames Schreiben gelingen kann, eine individuelle Schreibpersönlichkeit zu entwickeln, gute Schreibvoraussetzungen zu schaffen, Schreibblockaden abzubauen und den Schreibflow aufrecht zu halten.

Praxis: Mit Schreibexperimenten der Achtsamkeit auf der Spur

Darüber hinaus finden sich in dem Buch knapp 40 Schreib-, Lese- und Beobachtungsübungen, sogenannte „Experimente“. In diesen Übungen kombiniert die Autorin Elemente des kreativen und biografischen Schreibens mit Aspekten klassischer Achtsamkeitsübungen.

Mein Fazit zu „Achtsames Schreiben“

Ich freue mich sehr, dass ein Schreibratgeber eben auch anders kann als Schreibdogmen und Paradigmen zu vermitteln. Für mich hielt der Schreibratgeber viele sehr Impulse bereit, wie ich Achtsamkeit in meinen täglichen Schreibprozess integrieren kann.

Mit den Übungen bin ich allerdings nicht richtig warm geworden. Für mich waren sie zu verspielt und nicht nah genug an meinem Arbeits- und Schreiballtag dran. Ein Nachfolgerbuch wäre toll… „Achtsames Schreiben im beruflichen Kontext“ 🙂

Details zum Buch: Achtsames Schreiben: Wie Sie Klarheit und Gelassenheit gewinnen. Sandra M. Schneider. Duden Verlag, 2018. 160 Seiten. ISBN 978-3-411-70557-3

Ein Kommentar bei „Achtsames Schreiben – von Sandra M. Schneider“

  1. Oh toll! Voll mein Thema gerade, vor allem der Anfängerinnengeist. Sich nicht von einem verkrusteten Bild von sich selbst oder seinem Schreiben einengen zu lassen. Vielen Dank für die Buchvorstellung!

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